Sabotageaktion der Vulkangruppe in Berlin

Eine Analyse des Offenen Briefs der Vulkangruppe auf dem linksextremistischen Internetportal Indymedia zur Sabotageaktion in Berlin.

Sachliche Zusammenfassung

In dem Text äußert sich eine sich selbst als Vulkangruppe bezeichnende Gruppierung zu einer Sabotagehandlung an einem Gaskraftwerk in Berlin, die zu einem Stromausfall mit Auswirkungen auf zehntausende Haushalte führte. Die Verfasser übernehmen die Verantwortung für diese konkrete Aktion, weisen jedoch den Vorwurf zurück, gezielt die Stromversorgung Berlins oder die Bevölkerung angegriffen zu haben.

Nach eigener Darstellung sei die Tragweite der Auswirkungen – insbesondere für rund 40.000 Haushalte – nicht beabsichtigt und nicht einkalkuliert gewesen. Ein gezielter Angriff auf besonders schutzbedürftige Personen werde ausdrücklich bestritten. Zugleich erklären die Verfasser, dass sie die Sabotage bewusst als Angriff auf die fossile Energiewirtschaft verstanden wissen wollen.

Den von politischen Akteuren und Teilen der Medien erhobenen Terrorismusvorwurf weisen die Autoren als unbegründet zurück. Dieser diene aus ihrer Sicht dazu, von klimapolitischen Fragestellungen, der Verantwortung staatlicher Institutionen sowie strukturellen Defiziten der Energieversorgung abzulenken. Kritisiert wird insbesondere eine aus Sicht der Gruppe unzureichende Absicherung des Stromnetzes sowie die Energiepolitik des Landes Berlin.

Die Betroffenen des Stromausfalls – insbesondere ältere und pflegebedürftige Menschen – würden nach Auffassung der Verfasser medial instrumentalisiert. Gleichzeitig erklären sie, Mitgefühl mit diesen Personen zu empfinden, und sprechen ihnen ihren Respekt für selbstorganisierte Hilfe und solidarische Unterstützung zu. Politische Verantwortung für die Situation weisen sie jedoch staatlichen Stellen und Netzbetreibern zu.

Die Gruppierung begründet ihre Handlung mit einem aus ihrer Sicht bestehenden globalen Klimanotstand. Daraus leiten die Autoren die Legitimität sogenannter militanter Aktionen gegen fossile Infrastruktur ab, betonen jedoch, dass eine Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen werden solle. Rückblickend erklären sie, dass sie die Aktion bei Kenntnis der tatsächlichen Folgen zeitlich anders angesetzt hätten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Textes ist die Zurückweisung von Spekulationen über angebliche Verbindungen zu ausländischen Geheimdiensten oder anderen politischen Akteuren. Veröffentlichungen und Distanzierungsbekundungen unter ähnlichem Namen werden als Fälschungen oder gezielte Desinformationsversuche dargestellt. Die Autoren betonen, unabhängig zu handeln und keine Zusammenarbeit mit staatlichen oder ausländischen Stellen zu unterhalten.

Abschließend ordnen sich die Verfasser in eine lose gedachte Tradition ähnlicher Aktionen ein, die sie als autonom, nicht hierarchisch organisiert und nicht zentral steuerbar beschreiben. Sie rufen zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit fossiler Energiepolitik, Klimakrise und gesellschaftlicher Ungleichheit auf und bitten um Verbreitung ihres Textes.

Hinweis zur Einordnung

Die vorstehende Zusammenfassung gibt ausschließlich die im Text geäußerten Positionen und Selbstdarstellungen der Verfasser wieder. Sie stellt keine Bewertung der Tat, keine rechtliche Einordnung und keine Bestätigung der getätigten Aussagen dar.

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