Warn- und Aktionsplan: Landkreis Germersheim steht auf Orange

Landrat Brechtel: Balanceakt zwischen möglichst geringen Einschränkungen und Infektionsschutz für alle – Corona-Task-Force kommt erstmals zusammen

0
106
Warn- und Aktionsplan: Landkreis Germersheim steht auf Orange
Lesedauer 3 Minuten

21.10.2020 – Appell: Noch intensiver auf AHA-Regeln achten, regelmäßig lüften, auf Zusammenkünfte möglichst verzichten, Corona-WarnApp nutzen

„Es kommt jetzt auf uns alle an“, appelliert Landrat Dr. Fritz Brechtel und weist nochmals in besondere Weise auf die AHA-Regeln hin: „Bitte halten Sie Abstand voneinander, achten Sie auf die Hygiene-Regeln wie Händewaschen oder die Hust- und Nies-Etikette und tragen Sie eine Alltagsmaske.“ Nachdem der Wert von mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten hat, wurde der Landkreis Germersheim gemäß Warn- und Aktionsplan des Landes auf orange gestellt.

Morgen, Donnerstag, kommt erstmals die vom Land einberufene Task-Force zusammen und berät über notwendige und mögliche Maßnahmen, um die Verbreitung des Virus im Landkreis zu verlangsamen bzw. zu stoppen. „Wir können aktuell keinen direkten Zusammenhang zwischen den einzelnen Neuinfektionen erkennen. Das macht es nicht einfach, gezielte Maßnahmen zu erlassen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Experten aus dem Gesundheitswesen und dem Katastrophenschutz die nächsten Schritte zu definieren und dabei einen Balanceakt zwischen möglichst geringen Einschränkungen und bestmöglichem Infektionsschutz für alle zu vollführen.“

Damit möglichst keine lokalen oder flächendeckenden extrem einschränkenden Maßnahmen erlassen werden müssen, ruft der Kreischef alle auf, bei der Eindämmung mitzuhelfen: „Es geht hier um die Gesundheit und das Leben von Menschen. Bitte achten Sie auf die im Vergleich doch einfachen AHA-Regeln. Ich empfehle Ihnen auch, die Corona-Warn-App zu installieren und zu nutzen. Es besteht kein Grund zur Panik, aber wir müssen jetzt sehr, sehr umsichtig und vorsichtig sein, damit nicht alles, was wir in den zurückliegenden Wochen wieder aufgebaut und an alltäglichem Schutz erreicht haben, wieder zerstört wird. Ich bitte Sie sehr eindringlich: Helfen Sie alle mit!“

Die regionale Task Force besteht aus dem Landrat, Vertretern der Kreisordnungs- und Gesundheitsbehörde sowie Vertretern aus Gesundheitsministerium, Bildungsministerium, Polizei, ADD und Landkreistag. Vorsitzender ist Detlef Placzek, Präsident des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung. Gemeinsam werden die Fallzahlen beobachten und mögliche Konsequenzen beschlossen.

„Noch gehen wir davon aus, dass wir durch gemeinsames, rücksichtsvolles Handeln innerhalb der Bevölkerung die Situation in den Griff bekommen. Wenn nicht und die Zahlen steigen weiter, müssen wir Maßnahmen ergreifen. Deshalb kommt es auf die nächsten Tage und auf die Unterstützung jeder und jedes Einzelnen an!“, so Landrat Brechtel. Der Kreischef möchte dennoch besonders auch Ängste und Unsicherheiten nehmen: „Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich kann gut nachfühlen, dass Ihnen die steigenden Fallzahlen Sorge bereiten. Mir geht es dabei nicht anders. Und dennoch versichere ich Ihnen, dass niemand ein Interesse daran hat, das öffentliche Leben wieder komplett runterzufahren. Ich sage Ihnen zu, dass wir weiter umsichtig sind und versuchen, den schmalen Grat zwischen möglichst wenig Einschränkungen und bestmöglichem Infektionsschutz für uns alle zu gehen. Helfen Sie alle bei diesem Balanceakt mit!“

Kommentar der Redaktion:

Die Corona-Task-Force hätte laut den Informationen des Robert-Koch-Instituts schon am Montag, den 18.10.2020 ihre Arbeit aufnehmen müssen, da das RKI den Landkreis Germersheim bereits an diesem Tag um 00:00 Uhr auf die Gefahrenstufe Orange eingestuft hatte. Der Südpfalz-Reporter berichtete.

Für uns liegen hier bei der Kreisverwaltung des Landkreises Germersheim und beim Land Rheinland-Pfalz Versäumnisse und Unfähigkeit vor.

Freier Journalismus ist wichtiger denn je
Das Bedürfnis nach vertrauenswürdiger Information ist derzeit sehr hoch, viele blicken und klicken in diesen unsicheren Zeiten auf die Berichterstattung des Südpfalz-Reporters. Während der vergangenen Wochen ist klar geworden, wie wichtig freier Journalismus ist. In Krisenzeiten ist es „systemrelevant”, dass Menschen sich unabhängig informieren können. Ohne Paywall. Wir finden es wichtig, dass uns möglichst viele Menschen lesen – auch jene, die sich kein Abo leisten können. Doch dazu brauchen wir Ihre Hilfe.
Guter, kritischer Journalismus ist nicht kostenlos zu haben und braucht Finanzierung. Unsere Idee: Die Arbeit der Redaktion ist – anders als bei vielen anderen Medien – frei zugänglich. Im Gegenzug wird sie freiwillig und solidarisch unterstützt. Von unseren Leser*innen, von Ihnen. Mit Ihrer Wertschätzung und Beteiligung kann der Südpfalz-Reporter auch in Zukunft das sein, was er ist: eine kritische Öffentlichkeit, ein Forum für Meinungsvielfalt, eine engagierte Stimme für Minderheiten. Unterstützen Sie jetzt den Südpfalz-Reporter und helfen Sie uns dabei. Seien Sie mit uns Südpfalz-Reporter.