Das sogenannte Demokratiefest in Landau versteht sich als Symbol für Offenheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auf Plakaten und Bühnen ist von Toleranz, Respekt und demokratischen Werten die Rede. Doch abseits der offiziellen Selbstdarstellung wächst bei vielen Bürgern ein völlig anderer Eindruck: Das Fest wirkt längst nicht mehr wie ein überparteilicher Treffpunkt der demokratischen Mitte, sondern vielmehr wie eine politisch einseitige Bühne für linke Aktivisten und identitätspolitische Kampagnen.
Demokratie lebt vom offenen Meinungsaustausch. Sie lebt davon, dass unterschiedliche politische Ansichten nebeneinander existieren dürfen – auch dann, wenn sie unbequem sind. Genau dieser Grundsatz scheint bei vielen sogenannten „Demokratiefesten“ jedoch zunehmend verloren zu gehen. Wer nicht die „richtige“ Haltung vertritt, wird schnell ausgegrenzt, moralisch abgestempelt oder öffentlich an den Pranger gestellt.
Besonders auffällig ist dabei die ideologische Schlagseite vieler beteiligter Gruppen. Statt gesellschaftliche Vielfalt tatsächlich abzubilden, dominieren häufig dieselben politischen Narrative: antifaschistische Bündnisse, Klimaaktivismus, Gender- und Queer-Themen sowie pauschale Kampagnen gegen konservative oder rechte Positionen. Das Problem dabei ist nicht, dass solche Gruppen teilnehmen. Das Problem ist die fehlende Ausgewogenheit.
Denn Demokratie bedeutet nicht, nur jene Meinungen zu akzeptieren, die ins eigene Weltbild passen. Wer ständig von Vielfalt spricht, gleichzeitig aber Millionen konservativer Bürger indirekt als rückständig oder gefährlich darstellt, betreibt keine demokratische Kultur, sondern politische Ausgrenzung unter moralischem Deckmantel.
Viele Menschen empfinden genau deshalb eine zunehmende Entfremdung von solchen Veranstaltungen. Sie haben den Eindruck, dass dort nicht mehr die Demokratie gefeiert wird, sondern eine bestimmte politische Ideologie. Kritik daran wird wiederum reflexartig als „rechts“, „populistisch“ oder „demokratiefeindlich“ eingeordnet. Eine sachliche Debatte findet kaum noch statt.
Dabei wäre gerade jetzt ein echter gesellschaftlicher Dialog notwendig. Deutschland steckt in einer Phase massiver politischer Spannungen. Die Gesellschaft driftet auseinander, das Vertrauen in Parteien und Institutionen sinkt. In einer solchen Situation bräuchte es Veranstaltungen, die Brücken bauen – nicht neue Fronten schaffen.
Ein Demokratiefest sollte ein Ort sein, an dem sich Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten begegnen können, ohne sofort in ideologische Lager eingeteilt zu werden. Demokratie ist kein Besitz einer bestimmten politischen Strömung. Sie gehört nicht nur linken Aktivisten, nicht nur konservativen Kritikern und auch nicht moralisch selbsternannten Haltungseliten. Demokratie lebt gerade vom Streit der Meinungen.
Solange jedoch Veranstaltungen wie das Landauer Demokratiefest überwiegend als politische Bühne für ein bestimmtes Milieu wahrgenommen werden, werden viele Bürger ihnen weiterhin mit Skepsis begegnen. Nicht weil sie Demokratie ablehnen – sondern weil sie sich selbst darin nicht mehr wiederfinden.
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André Braselmann
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