Die Forderung, die Geschichte der Deutsche Demokratische Republik (DDR) aus dem Pflichtunterricht zu drängen, ist kein harmloser Reformvorschlag. Sie ist ein politisches Signal – und ein gefährliches.
Denn die DDR war keine „alternative Lebensform“, kein missverstandenes Sozialexperiment. Sie war eine Diktatur. Mit Mauern gegen die eigenen Bürger, mit politischer Justiz, mit Bespitzelung durch ein allgegenwärtiges Überwachungssystem. Wer diesen Staat aus dem verbindlichen Unterricht entfernt, entschärft bewusst die Lehren aus deutscher Geschichte.
Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet in einer Zeit wachsender Demokratieverachtung ausgerechnet jene Themen als „verzichtbar“ gelten, die zeigen, wohin autoritäres Denken führt. Wer jungen Menschen erklärt, man könne auf die DDR im Lehrplan verzichten, erklärt indirekt auch, dass Unterdrückung, Unfreiheit und Staatswillkür kein zwingendes Warnbeispiel mehr seien.
Das Argument vom „vollen Lehrplan“ ist vorgeschoben. Geschichte ist keine beliebige Stoffmasse, die man nach Belieben kürzt. Sie ist Orientierung. Und Orientierung ist unbequem – besonders für diejenigen, deren politische Weltbilder Schaden nehmen, wenn autoritäre Systeme klar benannt und verurteilt werden.
DDR-Geschichte als Pflichtstoff ist kein Ost-West-Ritual, sondern ein demokratischer Mindeststandard. Sie erklärt, warum Meinungsfreiheit zählt. Warum Opposition geschützt werden muss. Warum der Staat dem Bürger dient – und nicht umgekehrt.
Wer das streicht, sägt nicht am Stundenplan. Er sägt an der demokratischen Urteilsfähigkeit kommender Generationen. Und das ist kein Bildungsproblem. Das ist ein politisches Versagen.
Sein oder nicht sein...
Das ist auch hier die Frage – und nicht nur bei Hamlet.
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